7 Gründe, warum deine Texte nicht ankommen

Du glaubst, dass deine Texte nur mäßig gut sind, weißt aber nicht, was du falsch machst?

Du bekommst zwar ordentlich Traffic auf deine Website – die User sind aber schnell wieder weg?

Dir fällt es schwer, auf den Punkt zu beschreiben, was dein Produkt ausmacht?

Dann lies hier, was vielleicht auch deine häufigsten Fehler sind. Und wie du es sofort besser machst.

 

1. Du beginnst mit einer Einleitung

„Sie starrte auf den Brief in ihrer Hand und dachte: ‚Das darf doch nicht wahr sein!‘“

Fang so an. Spar dir die Einleitung und steige direkt ins Thema ein.

Deine Lehrerin hat dir eingetrichtert, dass du eine Einleitung brauchst? Vergiss es. Denn Einleitungen sind vor allem eines: langweilig. Bestes Online-Beispiel: „Wir freuen und, Sie auf unserer Website begrüßen zu dürfen.“ Das haut niemanden vom Hocker. Wofür ist deine Website da? Was ist der Mehrwert? Das solltest du erklären. Gleich zu Beginn und ohne Umschweife.

Wenn du direkt loslegst, wirfst du deine Leser mitten ins Geschehen. Du erzeugst direkt Spannung.

Bei einem Beginn wie oben fragt sich die Leserin: Was ist hier los? Was hat sie wohl für eine Nachricht erhalten? Sie wird dranbleiben und weiterlesen, weil sie neugierig ist, wie es weitergeht. Genau das willst du erreichen. Der Einstieg ist geschafft! Du hast sofort ihre ganze Aufmerksamkeit und musst das Niveau jetzt nur noch halten.

Tipp: Steige mit einer spannenden Szene ein, die deine Leser direkt in den Bann zieht.

 

2. Du bist der passive Typ

Du magst es nicht so direkt und versteckst dich gern hinter Passiv-Konstruktionen.

Dadurch wirkt dein Text schnell förmlich und die Leser fühlen sich nicht angesprochen.

Daher hier zwei Beispiele, wie du deine Sätze leichter lesbar machst – nur durch Umstellung auf aktiv:

Passiv: „Der Kontaktaufnahmeprozess muss vom Verkäufer flexibel durchgeführt werden.“

Aktiv: „Seien sie flexibel, wenn Sie Kontakt zu neuen Kunden aufnehmen.“

Passiv: „In unserem Unternehmen wird Wert auf eine offene Kommunikation gelegt.“

Aktiv: „Wir legen in unserem Unternehmen wert auf eine offene Kommunikation.“

Tipp: Gestalte deine Texte möglichst aktiv.

 

3. Du liebst Füllwörter

Er hatte (eigentlich) keine (große) Lust, noch auszugehen. Aber als Marta (plötzlich) anrief, fiel ihm (irgendwie) keine (richtig) gute Ausrede ein. Also raffte er sich auf und lief (halt) im Schneetreiben zu der Bar, in der sie ihn treffen wollte.

Ohne Füllwörter wird dein Text stärker und gewinnt an Kontur. Er benennt die Dinge beim Namen und kommt auf den Punkt. So soll es sein: Kein ewiges Drumherum-Reden, sondern Klartext.

In der Rohfassung von Texten findest du häufig noch viele Füllwörter. Vielleicht hast du sie beim Schreiben gebraucht, um nachzudenken. Oder du wusstest noch nicht, wie du etwas ausdrücken sollst. Das ist okay. Mach dich jetzt daran, sie zu streichen. Dabei brauchst du nicht diktatorisch vorgehen. Ein paar Füllwörter kannst du (ruhig) drin lassen. Aber gehe sparsam mit ihnen um.

Tipp: Lies deinen Text nach dem Schreiben noch ein paar Mal. Markiere alle Füllwörter darin. Streiche so viele wie möglich.

 

4. Du willst angeben

Du hast richtig viel drauf und willst das allen beweisen. Darum schreibst du so kompliziert wie möglich. Dein Thema ist eben komplex – das soll man auch dem Text ansehen. Wer etwas nicht versteht, der soll nachfragen. Dafür gibt es das Kontaktformular auf deiner Website.

Ganz falsch – denn egal, wie komplex dein Thema ist: Schreib es so, dass es eine 10-Jährige versteht. Niemand möchte erst Rätselraten müssen, was du anbietest. Klarheit siegt. Immer.

Vielleicht wirst du einige Menschen beeindrucken mit deinen komplizierten Texten. Sie werden denken: „Wow, ist die Intellektuell!“ Doch ist es das, was du willst? Sollen sie nicht besser denken: „Ah, das ist super beschrieben, genau das brauche ich!“

Du willst aber gern seriös klingen? Verwechsele seriös nicht mit langweilig. Der Grad dazwischen ist schmal. Besser sei: seriös, kurzweilig und unterhaltsam. Deine Kunden werden es dir danken.

Tipp: Mache den Flesch-Test! Hier wird dein Text mit einer Punktzahl zwischen 1 und 100 bewertet. Sein Erfinder Rudolf Flesch ging davon aus, dass kürzere Wörter und kürzere Sätze verständlicher sind als lange. Je höher der Flesch-Wert, desto verständlicher dein Text.

Als Anhaltspunkt: Texte, die ich zum Lektorieren bekomme, haben meist Werte von 10-30 Punkten. Meine Blogs erreichen 70 Punkte. Auch negative Wert sind möglich: so ein Text sollte dringend vereinfacht werden.

 

5. Du magst es lang und verschwurbelt

Schreib lieber zwei kürzere Sätze, als einen langen. Eine Faustregel besagt, dass 16 Wörter pro Satz genug sind. Ist dein Satz länger, teile ihn. Oder streiche die Füllwörter raus (siehe Punkt 3).

Dein Leser sollte jeden Satz beim ersten Lesen versteht. Ist er zu lang, muss er ihn womöglich nochmal lesen. Das wird ihm nicht gefallen.

Du musst aber nicht nur noch kurze Sätze schreiben. Im Gegenteil: Ein Mix aus kurzen und längeren Sätzen macht deinen Text erst richtig gut lesbar.

Übrigens: Was für Sätze gilt, stimmt auch für Wörter: Hier sind 12 Buchstaben das Limit. Ist ein Wort länger, versuche, es anders auszudrücken.

Tipp: Die Abwechslung machts! Generell gilt: Je kürzer, desto besser. Doch ein langer Satz zwischen vielen kurzen ist eine schöne Abwechslung und wird niemanden überfordern.

 

 6. Du schreibst einfach runter

Formatierung ist dir ein Fremdwort? Es klingt auch öde, da stimme ich dir zu. Wie wäre es mit grafischem Schreiben? Das meint das gleiche und geht so: Statt deinen Lesern einen riesigen Textbrocken vorzusetzen, bereitest du ihnen den Text optisch auf:

  • Du setzt zu Beginn eine spannende, neugierig machende Überschrift (hierüber schreibe ich demnächst mal einen Blog, wie man das macht)
  • Du machst bei Web-Texten nach 2 bis maximal 5 Sätzen einen Absatz. Bei Büchern genügen 2-3 Absätze pro Seite.
  • Du lässt ab und zu einen einzelnen Satz für sich stehen, als eigenen Absatz. So betonst du ihn und verleihst ihm Nachdruck.
  • Du setzt Zwischenüberschriften, die den Leser durch deinen Text leiten.
  • Du setzt ein Fazit ans Ende, in dem du den Nutzen noch einmal hervorhebst.

Deine Leser können aus einem grafisch geschriebenen Text Inhalte leichter aufnehmen. Der Lesefluss erhöht sich. Dein Zusatznutzen: Sie lesen deinen Text lieber als andere, weil er sie nicht anstrengt.

Tipp: Strukturiere deinen Text und öffne ihn optisch. Gib der Leserin durch Zwischenüberschriften Anreize, auch zwischendrin einzusteigen. Biete ihr Absätze zum Ausruhen. Lass deine Informationen sich setzen. Fahre dann mit einer spannenden Zwischenüberschrift fort, usw..

 

7. Du findest, ein Text soll informieren

Auch, ja. Aber bitte nicht nur.

Menschen lieben Geschichten. Also berichte, welches Problem deine Dienstleistung löst. Erzähle deinen Lesern von dem Kunden, der letzte Woche so begeistert von deinem Produkt war. Schreibe, was du selbst erlebt hast, das relevant für deine Kunden ist.

Das Stichwort heißt natürlich Story Telling. Nichts ist spannender und überzeugender als wahre Geschichten. Kostprobe?

Auch ich zweifele manchmal an meinen Fähigkeiten. Doch dann schrieb mir neulich ein Kunde die folgende Nachricht:

Liebe Frau Lerch,

dieser Tag ist total verregnet! Aber die Freude, die mir die Bearbeitung Ihrer Kommentare macht, kann ich nur schwer beschreiben. Na ja, Freude eben. Ich freue mich auf unser Telefonat. Viele Grüße

Ist das nicht schön? Gibt es ein überzeugenderes Feedback als dieses? Ich glaube nicht. Könnte man sich einen solchen Satz ausdenken? Nein. Denn das Leben erzählt die besten Geschichten!

Tipp: Mache die Menschen hinter deinem Produkt oder deiner Dienstleistung sichtbar, indem du eine Geschichte erzählst: Von der Entwicklung deines Unternehmens, von der Entstehung eines Produkts, von Erfahrungen der Kunden mit dem Produkt, etc. Wecke dadurch die Emotionen deiner Leser und gewinne sie für dich.

 

Du brauchst zwei geschulte Augen, die über deinen Text schauen und sehen, was aus ihm herauszuholen ist?

Dann schreib mir hier.

 

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