8 erprobte Tipps, wie du als Autor einen Verlag findest

Dein Manuskript ist fertig und soll hinaus in die Welt, um Menschen zu begeistern. Doch wie?

1. Suche den Verlag, der zu dir passt.

Du suchst nach irgendeinem Verlag für dein Buch – Hauptsache es wird veröffentlicht?

Sorry, falscher Ansatz.

Der Verlag und du – ihr müsst zueinander passen.

Wie du das perfekte Zuhause für dein Buch findest? Recherchiere im Internet, welche Verlage es gibt und welche in Frage kommen. Welchem Verlag könnte dein Buch gefallen?

Schau auch bei Amazon und anderen Online-Plattformen nach Büchern, die deinem ähnlich sind. Von wem werden sie verlegt? Nimm dir Zeit, die Angebote und Schwerpunkte zu vergleichen.

Frage dich: Passt mein Buch wirklich in das Programm des Verlags?

Oft erhalten Autoren Absagen, weil ihr Titel nicht ins Programm passt. Das passiert, wenn man zum Beispiel einen Krimi an einen Sachbuchverlag schickt. Oder einen Männer-Ratgeber an einen Verlag, der auf Belletristik spezialisiert ist. Eine gute Recherche spart dir viel Aufwand! Schau dir das bestehende Programm der Verlage an und frage dich kritisch, ob dein Buch dort hineinpasst.

Und noch zwei Offline-Tipps:

Frag deinen Buchhändler um die Ecke. Er steckt tief im Thema und wird dir gern sagen, welche Verlage für dein Thema in Frage kommen.

Oder schau dich selbst in einer Buchhandlung um. Wo würdest du dein Buch einsortieren? Wo würde es gut dazu passen? Schau dir dieses Regal genau an und schreib dir alle Verlage auf, deren Namen du dort auf dem Buchrücken liest. Gehe auf deren Website (also doch wieder online) und prüfe, wer passen könnte.

2. Was hast du Neues zu sagen?

Häufig bekommen Autoren/innen Absagen, weil sie ein Buch zu einem Thema geschrieben haben, das es schon zu oft gibt. Kein Verlag wird zwei Bücher zum selben Thema herausbringen… es sei denn, sie ergänzen sich gut.

3. Frag nach den Konditionen.

Leseprobe, ganzes Manuskript oder nur ein Exposé?

Jeder Verlag hat seine eigenen Vorlieben. Die musst du herausfinden. Wenn du auf der Website nicht fündig wirst, erkundige dich am Telefon danach. Ein Exposé zu schreiben ist fast immer sinnvoll. Auch für dich selbst. Füge dort eine Inhaltsangabe ein und beschreibe, worum es geht und warum dein Buch einzigartig ist.

Was ist deine Zielgruppe? Welchen Nutzen bringt ihr dein Buch? Das solltest du klar benennen können. Auch eine Leseprobe solltest du integrieren, damit man sich ein Bild von deiner Schreibweise machen kann.

Widme deinem Exposé viel Zeit und Mühe. Wenn Buchideen von Verlagen abgelehnt werden, liegt es selten am Thema des Buches, sondern am Konzept und der Präsentation des Themas, die einfach nicht gut genug waren.

Dieses Exposé (und was sonst noch gefordert ist) schickst du nun an die Verlage, die du unter Punkt 1 aufgeschrieben hast.

PS: Gern unterstütze ich dich dabei, ein aussagekräftiges, klares und ansprechendes Exposé zu schreiben! Einfach anfragen.

4. Bring Geduld mit.

Paketdienstleister können ein Lied davon singen: Die meisten Verlage erhalten jeden Tag bergeweise Manuskripte. Um die alle zu sichten, braucht es Zeit. Stelle dich darauf ein, auch einmal mehrere Monate auf Antwort zu warten. Das ist nicht ungewöhnlich. Rufe also nicht drei Wochen nach dem Absenden deines Manuskripts an, um nachzufragen. Warte besser ab. Eine Rückmeldung unter sechs Wochen ist ungewöhnlich!

Sieh es einmal anders herum: Du hast selbst wahrscheinlich auch viel Zeit in dein Buch gesteckt, oder? Umso besser, wenn jemand sich nun viel Zeit nimmt, um es gründlich zu lesen und zu begutachten.

5. Ruf bei Verlagen an.

Zugegeben, dass ist nicht eines jeden Sache. Trotzdem will ich dir eine Geschichte erzählen, die dich vielleicht motiviert:

Eine meiner Kundinnen wollte unbedingt zu einem bestimmten Verlag. Also rief sie dort an. Die Dame am Telefon sagte direkt: „Keine Chance!“ Doch dann erzählte meine Kundin von ihrer tollen Idee und dass dieses Buch unbedingt herausgebracht werden müsse. Sie beeindruckte die Dame vom Verlag so sehr (ich hätte gern mitgehört!), dass diese eine Ausnahme machte und sie intern an der richtigen Stelle weiterempfahl. Und zack! Wenige Wochen später wurde sie als Autorin angenommen. Heute beschert sie sich und dem Verlag hohe Einnahmen durch ihr Buch – das zum Bestseller wurde.

Kaltakquise liegt dir nicht?

Nun, hast du es denn schon einmal probiert? Sage dir: Ich habe nichts zu verlieren. Und dann übe zuerst bei Verlagen, die dir weniger wichtig sind. So bist du schon trainiert, wenn du es bei deinem Wunschverlag versuchst. Und denke daran: Du willst nicht irgendetwas verkaufen, sondern DEINE Geschichte. Bist du von ihr so richtig überzeugt? Dann wird dein Gegenüber das spüren!

Wenn du nicht ganz so mutig bist: Gehe auf die großen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Spricht dort die Vertreter des Verlags deiner Träume an. Vom Mut-Faktor her auch nicht ganz ohne!

Vielen fällt das persönliche Gespräch leichter als der Anruf. Und die Verlage haben direkt dein Gesicht vor Augen. Nimm zur Messe unbedingt dein Exposé (siehe Punkt 3) mit und gebe es in die richtigen Hände.

6. Es muss funken!

Ein Verlag ist dir unsympathisch? Ihr liegt einfach nicht auf einer Wellenlänge? Dann akzeptiere das und lass ihn sausen. Eine gewisse Sympathie auf beiden Seiten ist wichtig. Denn du sollst dich dort wohlfühlen. Und gut aufgehoben. Oben habe ich schon geschrieben, dass es thematisch passen muss. Jetzt füge ich hinzu: es sollte auch menschlich funken.

Groß oder klein?

„Ich werde von Diogenes verlegt“ – hört sich gut an. Und schindet bestimmt mehr Eindruck als: „Ich bin beim Carpathia Verlag“. Doch bedenke, dass auch kleine Verlage ihre Vorteile haben. Sie kennen ihre Nische oft sehr gut und können dein Buch dort optimal verbreiten.

Und noch ein Vorteil: Du bist dort nicht eine(r) von sehr vielen Autoren und Autorinnen. Das bedeutet: Kleine Verlage bieten oft eine bessere und intensivere Betreuung als große. Darum: Versteife dich nicht nur auf die Großen – adressiere gezielt auch kleinere Verlage. Inspiration findest du hier: www.kleinverlage-liste.de

7. Was, wenn keiner mein Buch will?

Erinnerst du dich noch am Punkt eins? Vielleicht war der Verlag noch nicht der Richtige. Vielleicht haben sie gerade ein ähnliches Buch wie deines veröffentlicht. Weitere Gründe? Es kann genauso gut am Programm für das neue Jahr liegen, in das dein Buch nicht hineinpasst. Dein Timing war schlecht.

Vielleicht hat auch tatsächlich jemand deine Perle übersehen.

Warte nicht ab, bis der passende Perlentaucher vorbeischwimmt. Nutze die Zeit, um deinen Schreibstil zu verbessern. Die wenigsten Autoren veröffentlichen ihr erstes Buch. Nicht selten ist es erst das dritte Buch, das angenommen wird.

Schreiben ist ein Handwerk. Die meisten Autoren/innen gelangen erst nach Jahren zu der Tiefe und Brillanz, die ihre Bücher so besonders machen. Vielleicht sind deine Texte einfach noch nicht gut genug. Besuche Online-Kurse zum kreativen Schreiben, zum Textaufbau und zur Dramaturgie. Lerne, wachse und reife. Hol dir wertvolles Feedback von vielen Seiten.

Dann wird es auch mit dem Verlag klappen, … wenn der nicht schon vorher auf dich zukommt!

8. Gibt es Alternativen?

Aber ja!

Self-publishing ist mittlerweile eine ernst zu nehmende Alternative zum klassischen Verlag. Heute berühmte Autoren wie E.L. James und Nele Neuhaus haben es vorgemacht! Beide brachten ihre Bücher erst im Selbstverlag heraus, bevor sie von den Verlagen entdeckt wurden. Hier steckt also viel Potenzial drin – aber auch viel Arbeit. Schließlich musst du dein Buch selbst finanzieren und vermarken. Du sollest es vorher unbedingt lektorieren lassen. Die Formatierung muss stimmen. Und ein professionelles Cover muss ebenfalls her.

Viele tolle Tipps hierfür gibt es auf www.selfpublisherbibel.de.

Und wenn ich mir eine Agentin/ einen Agenten suche?

„Einen Literaturagenten zu haben ist inzwischen unentbehrlich, wenn man eine ernsthafte schriftstellerische Karriere im Blick hat. Einen guten Literaturagenten zu finden ist allerdings kaum einfacher als einen Verlag zu finden.“

Dies sagt Andreas Eschbach. Einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands.

Fakt ist: In Verhandlungen hat ein(e) Agent(in) grundsätzlich die bessere Position als ein Autor oder eine Autorin. Und er hat die Kontakte, die dir fehlen. Er ist mit vielen Lektoren/innen per „Du“ und kann dein Manuskript ihren Verlagen gezielt anbieten.

Wichtig ist: Wer eine Lesegebühr verlangt, ist unseriös. Agenten/innen bekommen erst Geld, wenn du einen Vertrag mit einem Verlag unterschrieben hast. Dann erhalten sie ein Erfolgshonorar von 10- 20% aus allen Einnahmen, die du vom Verlag bekommst. Das lohnt sich auch für dich, weil sie bessere Konditionen beim Verlag herausholen, als du.

Eine Liste von Literaturagenten/innen findest du in den Katalogen der Buchmessen oder im Netz. Hast du einen gefunden, lass dir eine Liste der bereits vertretenen Autoren/innen geben. Frag nach Referenzen und ob du sie anrufen kannst.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Viele Autoren/innen geben bei der Suche nach einem Verlag oder einem/r Agenten/in zu schnell auf. Dabei gibt es so viele! Fünf Absagen sind gar nichts. Also dranbleiben und nicht entmutigen lassen!

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